Psychologische Unterstützung für Angehörige von Demenz

Hilfe für Angehörige von Menschen mit Demenz in Hamburg

Psychotherapeutische Begleitung bei Überforderung, Schuldgefühlen, familiären Konflikten und schwierigen Entscheidungen.

Sie möchten zunächst klären, ob das Angebot zu Ihrer Situation passt?

Wenn Fürsorge zur Dauerbelastung wird

Wenn ein Mensch an Demenz erkrankt, verändert sich häufig auch das Leben der Angehörigen grundlegend. Aufgaben nehmen zu, Entscheidungen werden schwieriger und die Verantwortung verteilt sich nicht immer auf mehrere Schultern.

 

Viele Angehörige erleben das Gefühl, mit ihren Sorgen und Ängsten allein zu bleiben. Sie organisieren den Alltag, übernehmen immer mehr Verantwortung und versuchen, den vertrauten Menschen so lange wie möglich zu Hause zu begleiten. Nach außen funktioniert vieles weiter – während die eigenen Kräfte zunehmend schwinden.

 

Besonders Ehe- und Lebenspartner:innen erleben Unterstützung von außen häufig als schwierigen Loyalitätskonflikt. Einen Pflegedienst einzubeziehen, Betreuung abzugeben oder über eine stationäre Versorgung nachzudenken, kann sich wie Abschieben, Versagen oder Verrat anfühlen. Deshalb halten viele länger allein durch, als es ihrer eigenen Gesundheit guttut.

Die entscheidende Frage ist nicht, ob Sie genug leisten, sondern wie Fürsorge gestaltet werden kann, ohne dass Ihre eigene Gesundheit dabei Schaden nimmt.

Vielleicht kennen Sie diese Situation

  • Sie haben den Eindruck, dass niemand wirklich sieht, wie viel Verantwortung Sie täglich tragen.
  • Andere Familienmitglieder geben Ratschläge, übernehmen aber nur selten konkrete Aufgaben.
  • Sie schlafen schlechter, reagieren schneller gereizt oder bemerken körperliche Beschwerden, führen diese aber weiterhin nur auf den anstrengenden Alltag zurück.
  • Sie möchten den erkrankten Menschen nicht im Stich lassen und empfinden bereits den Gedanken an Unterstützung als moralisches Versagen.
  • Eigene Termine, Freundschaften und Erholung werden immer weiter zurückgestellt.
  • Sie wissen, dass es so nicht unbegrenzt weitergehen kann, finden aber keinen nächsten Schritt, der sich richtig anfühlt.

Hilfe anzunehmen ist kein Verrat

Viele Angehörige verbinden Fürsorge mit der Vorstellung, persönlich für möglichst alles verantwortlich zu sein. Unterstützung anzunehmen kann dann Schuldgefühle auslösen oder als Bruch eines früher gegebenen Versprechens erlebt werden.

 

Die eigene Belastungsgrenze anzuerkennen bedeutet jedoch nicht, den erkrankten Menschen aufzugeben. Es bedeutet, die Situation realistisch zu betrachten und Verantwortung auch für die eigene körperliche und psychische Gesundheit zu übernehmen.

 

Entlastung kann unterschiedliche Formen annehmen. Sie beginnt nicht zwangsläufig mit einem Umzug in ein Pflegeheim. Manchmal geht es zunächst darum, Aufgaben zu teilen, externe Unterstützung zuzulassen, Grenzen gegenüber Familienmitgliedern zu klären oder eine schwierige Entscheidung ohne moralische Selbstverurteilung zu prüfen.

Wobei Begleitung und Psychotherapie unterstützen können

Im Mittelpunkt stehen nicht die Diagnostik oder Behandlung des erkrankten Menschen, sondern Ihre eigene Belastung, Ihre inneren Konflikte und Ihre Handlungsfähigkeit als Angehörige oder Angehöriger.

  • Schuldgefühle, Loyalitätskonflikte und überhöhte Verantwortungsübernahme einordnen
  • eigene Belastungsgrenzen erkennen und ernst nehmen
  • Unterstützung annehmen, ohne sie als Versagen zu bewerten
  • Konflikte mit Geschwistern, Kindern oder anderen Familienmitgliedern bearbeiten
  • schwierige Entscheidungen vorbereiten und gegensätzliche Bedürfnisse abwägen
  • mit Trauer, Wut, Hilflosigkeit und dem schleichenden Verlust der vertrauten Beziehung umgehen
  • anhaltende eigenen Beschwerden wie Schlafstörungen, Angst oder depressiven Symptomen psychotherapeutisch behandeln
  • wieder einen Platz für das eigene Leben entwickeln

Ziel ist nicht, Ihnen eine Entscheidung abzunehmen. Ziel ist, die psychische Belastung zu reduzieren, innere Konflikte nachvollziehbar zu machen und wieder tragfähige Entscheidungen treffen zu können.

Warum ich Angehörige von Menschen mit Demenz begleite

Die mehrjährige Begleitung und Pflege meiner Eltern sowie die Erfahrung von Krankheit, Sterben und Abschied haben meinen Blick auf psychische Belastung, Verantwortung und familiäre Bindungen geprägt.

 

Hinzu kommen meine ehrenamtliche Tätigkeit in einer Seniorenresidenz, fachliche Fortbildungen und Workshops zu Demenz, psychischen Belastungen im Pflegekontext und Suizidprävention im Alter.

 

Diese Erfahrungen ergänzen meine psychotherapeutische Arbeit um ein persönliches Verständnis für Angehörige, die zwischen der Fürsorge für andere, eigener Erschöpfung, Schuldgefühlen und der Verantwortung für das eigene Leben stehen.

Zeitlich begrenzte Begleitung oder Psychotherapie?

Nicht jede Belastung durch die Demenz eines nahestehenden Menschen ist bereits eine psychische Erkrankung. In manchen Situationen kann eine zeitlich begrenzte Begleitung helfen, die Situation zu ordnen, Verantwortlichkeiten zu klären und eine konkrete Entscheidung vorzubereiten.

 

Wenn sich jedoch anhaltende Erschöpfung, Schlafstörungen, Angst, depressive Beschwerden, erhebliche Schuldgefühle oder deutliche Einschränkungen im eigenen Alltag entwickeln, kann eine psychotherapeutische Behandlung sinnvoll sein.

 

Im Erstgespräch klären wir, welche Belastungen im Vordergrund stehen und ob eine begrenzte Begleitung oder eine psychotherapeutische Behandlung angemessen ist. Bei Hinweisen auf eine notwendige ärztliche oder psychiatrische Mitbehandlung empfehle ich eine entsprechende Abklärung.

Medizinische und pflegerische Fragen

Die diagnostische Abklärung und medizinische Behandlung einer Demenz gehören in ärztliche beziehungsweise fachärztliche Hände. Auch Entscheidungen über Medikamente werden dort getroffen.

 

In der Begleitung können wir jedoch Beobachtungen ordnen, Veränderungen im Alltag beschreiben und Fragen für ein Gespräch mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt vorbereiten.

 

Fragen zu Pflegegrad, Finanzierung, Vorsorgevollmacht, Heimplätzen oder Leistungen der Pflegeversicherung gehören in eine spezialisierte Pflege- oder Sozialberatung. Bei Bedarf besprechen wir, welche zusätzliche Anlaufstelle für Ihre Fragestellung geeignet ist.

Erste Informationen zur Demenz

Mein Informationsflyer vermittelt einen ersten sachlichen Überblick über häufige Demenzformen, Unterschiede zu altersüblicher Vergesslichkeit und die Bedeutung einer frühen medizinischen Abklärung.

 

Er dient der Orientierung und ersetzt keine ärztliche Diagnostik oder Behandlung.

PDF | 2 Seiten | zur freien Verwendung

Erstgespräch, Ablauf und Honorar

Das kostenfreie Erstgespräch dauert 30 Minuten. Wir besprechen Ihre aktuelle Situation, die bestehenden Belastungen und welche Form der Unterstützung für Ihre Situation passend ist.

 

Weitere Gespräche dauern 60 Minuten. Das Honorar beträgt 120 Euro. Die Begleitung oder psychotherapeutische Behandlung erfolgt auf Selbstzahlerbasis.

 

Häufig kann bereits eine begrenzte Zahl von Gesprächen helfen, eine konkrete Situation einzuordnen. Bei ausgeprägten oder anhaltenden eigenen Beschwerden kann eine längerfristige psychotherapeutische Behandlung sinnvoll sein.

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