Psychotherapie in Hamburg: Hilfe bei Angst und Depression

Psychotherapie verstehen: Beschwerden, Auslöser und therapeutische Ansatzpunkte

Wie psychische Beschwerden entstehen und aufrechterhalten werden können, wo Psychotherapie ansetzt und welche therapeutischen Verfahren dabei zum Einsatz kommen.

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Behandlungsfelder

Anpassungsstörungen und Krisen nach belastenden Veränderungen

Eine Kündigung, Trennung, Erkrankung, ein Todesfall oder ein schwerer finanzieller Verlust kann das bisherige Leben grundlegend verändern. Häufig kreisen die Gedanken dann immer wieder um das Ereignis, seine Folgen oder die Frage, wie es hätte verhindert werden können. Gleichzeitig können Niedergeschlagenheit, Angst, Schlafprobleme, innere Unruhe oder Rückzug entstehen.

 

Was zunächst ein verständlicher Versuch ist, die Situation zu begreifen und wieder Kontrolle zu gewinnen, kann selbst belastend werden: Das Denken findet keinen Abschluss, bisherige Bewältigungsstrategien greifen nicht mehr und Entscheidungen oder notwendige Veränderungen fallen zunehmend schwer.

 

In der Therapie geht es darum, diese Prozesse zu verstehen und dort anzusetzen, wo Veränderung möglich ist: belastendes Grübeln zu reduzieren, hilfreiche Bewältigungsstrategien wieder zugänglich zu machen, die veränderte Situation psychisch zu integrieren und neue Handlungs- und Entscheidungsmöglichkeiten zu entwickeln.

Angst und innere Unruhe

Angst kann sich als anhaltende Sorge und innere Anspannung, aber auch in plötzlich auftretenden Panikreaktionen oder konkreten Ängsten zeigen. Häufig treten gleichzeitig körperliche Reaktionen wie Herzklopfen, Atemnot, Schwindel, Zittern oder starke Unruhe auf.

 

Je nach Form der Angst versuchen Betroffene, belastende Situationen zu vermeiden, körperliche Reaktionen besonders aufmerksam zu kontrollieren oder sich immer wieder abzusichern. Solche Strategien können kurzfristig Erleichterung schaffen, langfristig aber dazu beitragen, dass die erwartete Gefahr nicht überprüft wird und der eigene Handlungsspielraum zunehmend kleiner wird.

 

In der Therapie untersuchen wir, welche Situationen, Gedanken, körperlichen Reaktionen und Verhaltensweisen die Angst aufrechterhalten. Ziel ist, Vermeidungs- und Sicherheitsverhalten schrittweise zu verändern und einen anderen Umgang mit der Angst zu entwickeln: sie als grundsätzlich sinnvolles Warnsignal des Körpers wahrzunehmen, ohne gegen sie anzukämpfen oder ihr die Führung über das eigene Verhalten zu überlassen. So kann wieder mehr Handlungsfreiheit im Alltag entstehen.

Erschöpfung und depressive Beschwerden

Erschöpfung kann sehr unterschiedlich erlebt werden: als körperliche Kraftlosigkeit und verminderter Antrieb, aber auch als Konzentrationsprobleme, geistige Ermüdbarkeit oder das Gefühl, trotz großer Anstrengung kaum noch leistungsfähig zu sein. Sie ist zunächst ein Symptom und kann bei anhaltender psychischer Belastung oder depressiven Erkrankungen ebenso auftreten wie bei körperlichen Erkrankungen, nach schweren Erkrankungen oder medizinischen Behandlungen und infolge länger dauernder Überforderung.

 

Deshalb ist zunächst zu klären, wodurch die Erschöpfung im individuellen Fall erklärbar ist und welche weiteren Beschwerden hinzukommen. Bei einer depressiven Entwicklung finden sich beispielsweise häufig zusätzlich gedrückte Stimmung, Interessen- und Freudverlust, verminderter Antrieb, Schlaf- oder Konzentrationsstörungen. Bei länger andauernder Überlastung können dagegen anhaltende innere Anspannung, fehlende Erholungsphasen und der Versuch, trotz nachlassender Leistungsfähigkeit immer weiter zu funktionieren, im Vordergrund stehen. Da Erschöpfungssymptome häufig multifaktoriell sind, gehört zu einer fachlich sauberen Einordnung auch die Frage, ob eine hausärztliche oder fachärztliche Abklärung erforderlich oder sinnvoll ist.

 

Psychotherapie kann dort ansetzen, wo psychische Belastungen, Denk- und Verhaltensmuster oder ein dauerhaft erhöhtes Anspannungsniveau zur Erschöpfung beitragen. Dabei kann es beispielsweise darum gehen, belastende Anforderungen und eigene Leistungsansprüche zu überprüfen, Aktivität und Erholung wieder angemessener zu regulieren und depressive Rückzugs- oder Überforderungsmuster zu verändern. Ziel ist nicht, jede Form von Erschöpfung psychologisch zu erklären, sondern die beeinflussbaren Faktoren zu erkennen und schrittweise wieder mehr Energie, Konzentrationsfähigkeit und Handlungsspielraum zu gewinnen.

Schlafstörungen

Ein- und Durchschlafstörungen oder sehr frühes Erwachen können bei ganz unterschiedlichen psychischen Belastungen auftreten – beispielsweise bei Angst, Depression, anhaltendem Stress oder nach belastenden Lebensereignissen. Schlafprobleme können aber auch körperliche Ursachen haben oder durch Medikamente, Alkohol und andere Substanzen beeinflusst werden.

 

Was zunächst als Reaktion auf eine Belastung beginnt, kann sich mit der Zeit verselbstständigen. Wer nachts nicht schlafen kann, beginnt häufig, den Schlaf immer stärker kontrollieren zu wollen: Wie viele Stunden bleiben noch? Was passiert, wenn ich morgen wieder nicht leistungsfähig bin? Der zunehmende Druck, unbedingt schlafen zu müssen, Grübeln im Bett und veränderte Schlafgewohnheiten können die innere Anspannung weiter erhöhen – und damit gerade das erschweren, was bewusst nicht erzwungen werden kann: einzuschlafen.

 

In der Therapie untersuchen wir deshalb sowohl mögliche Auslöser als auch die Faktoren, die die Schlafstörung heute aufrechterhalten. Je nach Befund können verhaltenstherapeutische Verfahren für Insomnie, Veränderungen ungünstiger Schlafgewohnheiten und der Umgang mit nächtlichem Grübeln eingesetzt werden. Bei ausgeprägter innerer Anspannung können ergänzend hypnotherapeutische Verfahren und Selbsthypnose dazu beitragen, Aufmerksamkeit anders zu lenken, körperliche und gedankliche Aktivierung zu reduzieren und das Loslassen von Kontrolle zu unterstützen. Ziel ist, den Schlaf wieder weniger kontrollieren zu müssen und Bedingungen zu schaffen, unter denen sich ein stabilerer Schlaf entwickeln kann. Bei anhaltenden Schlafstörungen gehört zur diagnostischen Einordnung auch die Frage, ob eine hausärztliche oder schlafmedizinische Abklärung erforderlich ist.

Persönlichkeitsakzentuierungen und wiederkehrende Beziehungsmuster

Menschen unterscheiden sich darin, wie sie Nähe und Distanz gestalten, Verantwortung übernehmen, mit Kritik umgehen, Leistung bewerten oder eigene Bedürfnisse gegenüber anderen vertreten. Solche Persönlichkeitseigenschaften sind zunächst weder krankhaft noch behandlungsbedürftig. Belastend können sie werden, wenn bestimmte Denk-, Gefühls- und Verhaltensmuster sehr starr werden und in unterschiedlichen Situationen immer wieder zu ähnlichen Konflikten oder Schwierigkeiten führen.

 

Manche Menschen stellen beispielsweise fest, dass sie immer wieder zu viel Verantwortung übernehmen, eigene Grenzen kaum wahrnehmen, Kritik schnell als Zurückweisung erleben oder Beziehungen nach ähnlichen Mustern verlaufen. Andere versuchen durch hohe Leistungsansprüche, Kontrolle, Rückzug oder starke Anpassung mit Unsicherheit umzugehen. Was einmal eine sinnvolle Bewältigungsstrategie gewesen sein kann, kann unter veränderten Bedingungen zunehmend einschränkend wirken.

 

In der Therapie geht es deshalb nicht darum, die Persönlichkeit eines Menschen zu verändern. Gemeinsam untersuchen wir, in welchen Situationen bestimmte Muster aktiviert werden, welche Funktion sie erfüllen und welche Folgen sie heute haben. Ziel ist, automatische Reaktionen früher wahrzunehmen, zusätzliche Handlungs- und Beziehungsmöglichkeiten zu entwickeln und dadurch flexibler entscheiden zu können, wie man in einer konkreten Situation handeln möchte.

Die beschriebenen Beschwerden überschneiden sich häufig und lassen sich nicht allein anhand einzelner Symptome eindeutig einordnen. Deshalb steht am Beginn einer Behandlung eine sorgfältige diagnostische Klärung – einschließlich der Frage, ob eine ergänzende ärztliche Abklärung sinnvoll ist.

Diagnostische Einordnung und Behandlungsplanung

Die Behandlung beginnt mit einer strukturierten Anamnese und diagnostischen Einordnung. Dabei berücksichtige ich die aktuellen Beschwerden, ihren zeitlichen Verlauf, belastende Lebensbedingungen, bisherige Bewältigungsversuche sowie mögliche körperliche, medikamentöse oder andere gesundheitliche Einflussfaktoren.

 

Auf dieser Grundlage entwickeln wir ein individuelles Verständnis dafür, was die Beschwerden ausgelöst haben kann, wodurch sie heute möglicherweise aufrechterhalten werden und an welchen Punkten therapeutische Veränderung sinnvoll ansetzen kann. Bei Bedarf können ergänzend standardisierte diagnostische Fragebögen eingesetzt werden.

 

Zeigen sich Hinweise auf eine notwendige hausärztliche, fachärztliche oder psychiatrische Mitbehandlung, empfehle ich eine entsprechende Abklärung. Anschließend legen wir gemeinsam die Behandlungsziele fest und entscheiden, welche therapeutischen Verfahren und Interventionen dafür sinnvoll sind.

Methodische Ansätze im therapeutischen Prozess

Welche therapeutische Methode sinnvoll ist, ergibt sich nicht aus einer Diagnose allein. Entscheidend ist auch, wodurch Beschwerden im individuellen Fall aufrechterhalten werden – beispielsweise durch Vermeidung und Sicherheitsverhalten, Grübeln und belastende Bewertungen, den anhaltenden Kampf gegen innere Reaktionen, automatische körperlich-emotionale Muster oder belastende Wechselwirkungen im persönlichen und beruflichen Umfeld. Daran orientiert sich die Auswahl und Kombination der therapeutischen Verfahren.

Kognitive Verhaltenstherapie (KVT)

Wenn Vermeidung, Sicherheitsverhalten, belastende Denk- und Bewertungsmuster oder ungünstige Verhaltensgewohnheiten Beschwerden aufrechterhalten, bieten verhaltenstherapeutische Verfahren konkrete Ansatzpunkte. Gemeinsam untersuchen wir typische Situationen und Reaktionsmuster und erproben gezielt Veränderungen im Denken und Handeln. Dazu können beispielsweise Verhaltensübungen, Expositionen, Aktivitätsaufbau oder die Veränderung von Schlaf- und Bewältigungsgewohnheiten gehören.

Acceptance and Commitment Therapy (ACT)

Manchmal wird nicht nur Angst, Grübeln oder innere Anspannung belastend, sondern auch der Versuch, diese Gedanken und Gefühle unbedingt kontrollieren oder beseitigen zu müssen. ACT setzt deshalb weniger am Inhalt eines Gedankens als am Umgang mit ihm an. Ziel ist, belastende innere Reaktionen wahrnehmen und zulassen zu können, ohne ihnen automatisch die Führung über das eigene Verhalten zu überlassen. Persönliche Werte und Ziele geben dabei Orientierung dafür, wie trotz schwieriger Gedanken und Gefühle wieder selbstbestimmtes Handeln möglich werden kann.

Hypnosystemische Verfahren und Hypnotherapie

Nicht alle psychischen Reaktionen lassen sich allein durch bewusstes Nachdenken verändern. Körperliche Anspannung, automatische Angstreaktionen, innere Bilder oder Schwierigkeiten beim Abschalten werden häufig als unwillkürlich erlebt. Hypnosystemische und hypnotherapeutische Verfahren nutzen gezielte Aufmerksamkeitslenkung, imaginative Prozesse, Trance und vorhandene Ressourcen, um einen anderen Zugang zu solchen Reaktionen zu ermöglichen. Je nach Behandlungsziel können dabei auch Selbsthypnose und Übungen zur Regulation von Anspannung eingesetzt werden.

Systemische und ressourcenorientierte Ansätze

Psychische Beschwerden entstehen und bestehen nicht unabhängig von der Lebenssituation eines Menschen. Beziehungen, berufliche Rollen, Erwartungen, Konflikte und wiederkehrende Interaktionsmuster können Belastungen verstärken oder Veränderungen erschweren. Systemische Verfahren richten den Blick deshalb auf solche Wechselwirkungen und darauf, welche Ressourcen und Handlungsmöglichkeiten bereits vorhanden sind.

 

Dabei gehe ich davon aus, dass tragfähige Lösungen nicht von außen vorgegeben werden können. Häufig finden sich bereits in früheren Erfahrungen, Ausnahmen vom Problem oder bislang wenig beachteten Fähigkeiten Hinweise darauf, was für einen Menschen hilfreich sein könnte – auch wenn Sie sich das im Moment vielleicht kaum vorstellen können. Therapie kann dabei unterstützen, diese Möglichkeiten wieder zugänglich zu machen und daraus eigene, zur jeweiligen Lebenssituation passende Handlungsschritte zu entwickeln.

Entscheidend ist nicht die einzelne Methode, sondern ihre fachlich begründete Auswahl und Integration im Verlauf der Behandlung.

Wie die Behandlung beginnt

Psychotherapie sollte für Sie nachvollziehbar sein. Deshalb bespreche ich mit Ihnen, wie ich Ihre Beschwerden einordne, welche Zusammenhänge für die Behandlung bedeutsam sein könnten und warum ich bestimmte therapeutische Schritte vorschlage. Die Ziele der Behandlung legen wir gemeinsam fest und orientieren sie an konkreten Veränderungen, die für Ihren Alltag relevant sind.

 

Ziel ist, Ihre Selbstwirksamkeit zu stärken und wieder mehr eigene Handlungs- und Entscheidungsmöglichkeiten zu entwickeln. Die in der Therapie entwickelten Möglichkeiten sollen Sie zunehmend selbstständig im Alltag nutzen können.

Der erste Schritt ist ein kostenfreies Erstgespräch von 30 Minuten.


Wir besprechen Ihre aktuellen Beschwerden, deren Entwicklung, relevante Belastungen und Ihre Erwartungen an eine Behandlung.

 

Dabei nehme ich eine erste diagnostische Einordnung vor und wir klären gemeinsam, ob eine psychotherapeutische Zusammenarbeit der passende nächste Schritt ist.

 

Weitere Sitzungen dauern 60 Minuten und finden je nach Situation in der Regel wöchentlich oder zweiwöchentlich statt. 

 

Das Honorar beträgt 120 Euro pro Sitzung und wird anschließend per Kartenzahlung beglichen.

Die Praxis ist eine Selbstzahlerpraxis. Eine Abrechnung über die gesetzliche Krankenversicherung ist nicht möglich. 

 

Private Kranken- oder Zusatzversicherungen können die Kosten je nach Vertrag ganz oder teilweise erstatten. Bitte klären Sie eine mögliche Erstattung vor Behandlungsbeginn direkt mit Ihrer Versicherung.

Terminvereinbarung erfolgt über Doctolib

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