Psychotherapie: 
Beschwerden verstehen und gezielt behandeln

Diagnostik - Behandlungsplanung - therapeutische Arbeit

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Beschwerden verstehen und einordnen

Ähnliche Beschwerden können unterschiedliche Ursachen haben. Deshalb schaue ich nicht nur auf einzelne Symptome, sondern auch darauf, wann sie begonnen haben, wodurch sie beeinflusst werden und wie sie sich auf Alltag, Arbeit und Beziehungen auswirken.

 

Zu Beginn erhebe ich deshalb eine strukturierte Anamnese. Dabei berücksichtige ich aktuelle Beschwerden, biografische Erfahrungen, Beziehungen und Lebensbedingungen, bisherige Bewältigungsversuche sowie mögliche körperliche oder medikamentöse Einflüsse. Wenn es sinnvoll ist, ergänze ich das Gespräch durch standardisierte Fragebögen.

 

Eine Diagnose schafft Orientierung. Für die Behandlung ist aber ebenso wichtig zu verstehen, warum sich Beschwerden gerade jetzt entwickelt haben und wodurch sie möglicherweise aufrechterhalten werden.

 

Bei Hinweisen auf körperliche Ursachen oder eine notwendige ärztliche oder psychiatrische Mitbehandlung empfehle ich eine entsprechende Abklärung.

Persönlichkeitsakzentuierungen und Schemata

Manche Schwierigkeiten treten nicht nur in einer einzelnen Krise auf, sondern wiederholen sich seit der Jugend über viele Jahre – etwa in Beziehungen, bei Konflikten oder im Beruf. Dahinter können stabile Persönlichkeitsmerkmale sowie erlernte Muster und Schemata stehen.

 

Menschen unterscheiden sich darin, wie sie Nähe und Distanz gestalten, mit Kritik umgehen, eigene Bedürfnisse vertreten und sich selbst und andere bewerten. Solche Muster können sich zum Beispiel in einem stark leistungsabhängigen Selbstwert, ausgeprägten Verlustängsten, Schwierigkeiten mit Nähe und Abgrenzung oder einem hohen Bedürfnis nach Kontrolle zeigen.

 

Solche Persönlichkeitsmerkmale sind nicht automatisch krankhaft. Häufig waren sie lange Zeit hilfreich oder verständliche Reaktionen auf frühere Erfahrungen. Problematisch werden sie, wenn sie den eigenen Handlungsspielraum einschränken oder immer wieder zu Belastungen und Konflikten führen.

 

In der Therapie geht es nicht darum, Persönlichkeit zu bewerten oder zu „korrigieren“. Es geht darum, wiederkehrende Muster und Schemata verständlich zu machen, belastende Bewertungen der eigenen Person zu überprüfen und neue Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln.

Vom Verständnis zum Behandlungsplan

Aus der diagnostischen Einordnung, dem individuellen Verständnis Ihrer Beschwerden und den gemeinsam vereinbarten Zielen entsteht ein Behandlungsplan.

 

Dieser Plan ist kein starres Programm. Wir überprüfen im Verlauf, was sich verändert, was hilfreich ist und wo Anpassungen notwendig sind.

 

Meine therapeutische Grundorientierung ist systemisch-lösungsorientiert. Je nach Beschwerdebild und Behandlungsziel ergänze ich sie durch kognitiv-verhaltenstherapeutische, ACT-basierte oder hypnosystemische Verfahren.

Systemische und lösungsorientierte Therapie

Beschwerden werden nicht isoliert oder ausschließlich als Ausdruck einer Erkrankung betrachtet, sondern im Zusammenhang mit persönlichen Erfahrungen, Beziehungen und aktuellen Lebensbedingungen. Wichtig ist dabei nicht nur, wodurch ein Problem entstanden ist, sondern auch, wodurch es heute aufrechterhalten wird und welche Ressourcen bereits vorhanden sind.

 

Gemeinsam suchen wir nach neuen Perspektiven und Handlungsmöglichkeiten, mit denen Sie wieder mehr Einfluss auf Ihre Situation gewinnen und Ihre Selbstwirksamkeit stärken – also zunehmend erleben können, selbst etwas bewirken und verändern zu können.

Kognitive Verhaltenstherapie (KVT)

Die kognitive Verhaltenstherapie untersucht, wie Situationen, Gedanken, Gefühle, körperliche Reaktionen und Verhalten zusammenwirken. So lässt sich erkennen, welche Muster Beschwerden aufrechterhalten und an welchen Stellen Veränderung möglich ist.

 

Je nach Beschwerdebild können Verhaltensanalysen, Konfrontationsverfahren (Exposition), systematische Desensibilisierung, der Abbau von Vermeidungs- und Sicherheitsverhalten sowie neue Bewertungs- und Handlungsmöglichkeiten eingesetzt werden. Bei Zwangsstörungen gehört insbesondere die Exposition mit Reaktionsverhinderung zu den zentralen verhaltenstherapeutischen Verfahren.

 

In der praktischen Behandlung von Angststörungen arbeite ich häufig mit den Therapie-Tools Angststörungen von Silka Hagena und Malte Gebauer. Sie verbinden bewährte verhaltenstherapeutische Verfahren mit ACT, Achtsamkeit und lösungsorientierten Ansätzen.

 

Acceptance and Commitment Therapy (ACT)

ACT hilft dabei, den Umgang mit unangenehmen Gedanken und Gefühlen zu verändern. Nicht jeder belastende Gedanke muss als Tatsache behandelt und nicht jedes unangenehme Gefühl vermieden werden.

 

Ziel ist ein größerer Handlungsspielraum: Angst, Unsicherheit oder Selbstzweifel dürfen vorhanden sein, ohne dauerhaft die Richtung des eigenen Handelns zu bestimmen.

Hypnosystemische Therapie und Hypnose

Die hypnosystemische Therapie nach Gunther Schmidt verbindet systemische Konzepte mit der Hypnotherapie in der Tradition Milton H. Ericksons. Im Mittelpunkt steht dabei die Annahme, dass Menschen bereits über Erfahrungen, Fähigkeiten und Ressourcen verfügen, die in belastenden Situationen jedoch häufig nicht ausreichend zugänglich sind. Therapeutisch geht es deshalb weniger darum, etwas „von außen“ zu verändern, sondern hilfreiche innere Prozesse gezielt wieder verfügbar zu machen.

 

Dabei können Aufmerksamkeitsfokussierung, innere Bilder, körperliches Erleben und Ressourcenaktivierung eingesetzt werden. Besonders bei unwillkürlichen Reaktionen wie Angst, innerer Anspannung, Grübeln oder Schlafproblemen können solche Verfahren eine sinnvolle Ergänzung sein.

Wie die Behandlung beginnt

Das kostenfreie Erstgespräch dauert 30 Minuten. Wir klären, was Sie aktuell belastet, was Sie sich von einer Therapie erwarten und ob eine Behandlung in meiner Praxis sinnvoll erscheint.

 

Die weiteren Sitzungen dauern 60 Minuten und kosten 120 Euro.

 

Meine Praxis ist eine Selbstzahlerpraxis; eine Abrechnung mit den gesetzlichen Krankenkassen ist nicht möglich. Private Kranken- oder Zusatzversicherungen können die Kosten abhängig vom jeweiligen Tarif teilweise erstatten.

Terminvereinbarung erfolgt über Doctolib

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